Viribus Unitis

 

Schlachtschiff 

(Tegetthoff-Klasse)

 

Bedeutung des Namens: "Mit vereinten Kräften", Devise von Kaiser Franz Joseph von 1849; der Name wurde selbst von Kaiser Franz Joseph ausgewählt und nicht wie üblich von der Kriegsmarine vorgeschlagen
Schwesterschiffe: Tegetthoff, Prinz Eugen, Szent István (ähnlich)
Werft, Ort, Bauzeit: Triest, Stabilimento Tecnico Triestino, Werft San Marco;  Baubeginn: 24.7.1910;  Stapellauf: 24.6.1911;  Vervollständigung: August 1912;  in Dienst gestellt: 5.12.1912;  Gesamtkosten: 60.600.000 Kronen
Wasserverdrängung: 20.013,55 t,   21.595 t voll ausgerüstet
Länge, Breite, Tiefgang: Länge zwischen Perpendikel: 143,00;  Länge in der Kielwasserlinie: 151,00 m;  Länge über alles: 152,18;  Breite: 27,34 m; Tiefgang: 8,23 m (8,86 m voll ausgerüstet)
(andere  Angaben: Länge über alles: 159,94;  Breite: 27,28 m; Tiefgang: 8,58 m)
Maschine: 4 Parsons-Turbinen (2 Hochdruk und 2 Niederdruck), in Stabilimento Tecnico Triestino Sant' Andrea gebaut;  12 Yarrow-Kessel;  4 relativ kleine Schrauben von 2,75 m Durchmesser mit 3 Flügel nach außen drehend;  Leistung: 27.383 WPS
Geschwindigkeit: 20,5 Knoten;  Aktionsradius: 4.200 Meilen bei 10 Knoten; Kohlenvorrat: 1.871 t 
(andere Angaben: 20,3 Knoten)
Panzerung: Gürtel: 28 cm auf 8 cm Teakunterlage;  Bug- und Heckpartie: 15 cm; Geschütz und Kommandotürme: 28 cm
(andere Angaben:  Türme: 5 - 28 cm;  Deck: 3 - 5 cm;  Kasematten: 12 cm;  Kommandoturm: 35 cm)
Bewaffnung: 12 - 30,5 cm Geschütze Skoda L/45 in vier Srillinstürmen;  12 - 15 cm Geschütze L/50 in Kasematten;  18 - 7 cm Torpedobootsabwehrschnellfeuerkannonen L/50;  2 - 4,7 cm Schnellfeuerkannonen L/44;  3 - 8,8 cm Mirailleusen Schwarzlose;  2 - 7 cm Landungsgeschütze L/18;  4 - 53,3 cm Torpedorohre;  14 Torpedos;  20 Seeminen
Besatzung: normale: 37 Stab + 16 Unteroffiziere + 993 Mann
in der Reserve: 4.200 Mann
Lebenslauf: Das S.M.S. Viribus Unitis wurde das erste der vier Schiffe ihrer Klasse (S.M.S. Tegetthoff, S.M.S. Prinz Eugen, S.M.S. Szent Iztván und eben S.M.S. Viribus Unitis) auf die Werft gelegt.  Damals gab es die verbreitete Ansicht das eine Schlachtschiff-Eskadre von mindestens vier Linienschiffe gebildet sein sollte.
Taufpatin beim Stapellauf war die Erzherzögin Maria Annunziata in Anwesenheit ihres Bruders Erzherzog Franz Ferdinand - als Vertreter des Kaisers - und dessen Gemahlin Erzherzögin Sophie Hohenberg. Das S.M.S. Viribus Unitis war das erste Linienschiff in die Welt das die Geschütze in Drillings-Türme einbaute. Im August 1912 erste Probefahrten und im 1914 erste Ausbildung Kreuzfahrt in das orientalische Mittelländische Meer: das S.M.S. Viribus Unitis erreichte die Hafen Smyrna, Adalia, Mersina, Alexandretta, Beirut, Alexandria in Egypt, Malta, Valona und Durazzo.
Das S.M.S. Viribus Unitis tragte, Ende Juni 1914, die Leichen des Tronfolgers Franz Ferdinand und dessen Gemahlin in die letzte Reise von Sarajevo nach Triest zurück.
Während den ersten Weltkrieg nahm das Schiff nur zu zwei Kriegswirkungen teil: die erste zur Abstützung der deutschen Kriegsschiffe “Goeben” und “Breslau” im August 1914; die zweite war die Beschießung von Ancona und von die italienischen Küsten am 24. Maj 1915.
Nachdem blieb das S.M.S. Viribus Unitis, außer einige Übertragung Reisen, meistens in die Basis von Pola, wo es, im Dezember 1916, von Kaiser Karl I. besucht wurde. Am 8. Februar 1917 starb am Bord des Schiffes der Großadmiral Anton Haus.
Am 11. Juni war das Schiff eben von Pola ausgefahren um, wie entfernendes Geleitschutz, an die Schiffswirkung gegen die italienische Blockade der Otrantostraße Teil zu nehmen, wenn die Nachricht der Versekung des S.M.S. Szent Iztván mitgeteilt wurde. Das S.M.S. Viribus Unitis kehrte deswegen gleich in die Basis von Pola zurück. Am 31. Oktober 1918 Vize-Admiral Nikolaus von Horthy befehlte die österreichische-ungarische Flagge zum letzen Mahl einzuholen und übergab das Schiff und die ganze Eskadre an den eben eingesetzten südlawischen Nationalrat.
Am nächsten Tag, 1. November 1918, wurde das S.M.S. Viribus Unitis durch die italienische Torpedoreiter Raffaele Rossetti, Offizier des Schiffspionierkorps, und Raffaele Paolucci, Militärarzt, versenkt. Die zwei Italiener abbrechten die Absperrungen des Hafens mit ihrem Boot, “Mignatta” (ein langsan fahrende Torpedo) benannt, und stellten, 04:45 Uhr, die magnetischen Minen unter dem Schiffskörper des S.M.S. Viribus Unitis auf.
Nachher verminenten sie den Dampfer des Österreichischen Lloyd “Wien”, der als Wohnschiff benützt war.
Rossetti und Paolucci wurden entdeckt und aufgefangen. Sie wurden auf das S.M.S. Viribus Unitis überführt und berichteten den glattneuen Kommandant der Jugoslawischen Marine, Janko Vukovic de Podkapelski, das das Schiff mit Minen befestigt war und rateten ihm zu befehlen das Schiff zu verlassen.
Das Schiff zerplatzte 06:44 Uhr, kenterte sich auf Steuerbord und sank 14 Minuten nach der Explosion. Rossetti und Paolucci wurden auf das S.M.S. Habsburg und das S.M.S. Radetzky einkerkernt.
Oft wird über eine Umbenennung des S.M.S. Viribus Unitis durch das Königreich der Südlawischen erzählt. Es werden Namen vie “Jugoslavija” und “Frankopan” kolportiert. Zu einer offizielen Umbenennung kam es nicht.
In den folgenden Jahren wurde das liegende Schiff in drei Teile gesprengt und teilweise abgewrackt. Keine Leiche wurde an Bord gefunden, obwohl man von 300 - 350 umgekommene kroate Matrosen sprach.
Kommandanten des S.M.S. Viribus Unitis wurden Linienschiffskapitän Edmund Grassberger im 1914 und 1915, Linienschiffskapitän Kamillo Teuschl im 1917 und Linienschiffskapitän Janko Vukovic de Podkapelski im 1918.