Habsburg

Panzerfregatte 1. Klasse

 

Bedeutung des Namens: Familienname des Österreichischen Herrscherhauses
Schwesterschiffe: Erzherzog Ferdinand Max
Werft, Ort, Bauzeit: Triest, Stabilimento Tecnico Triestino, Werft San Rocco;  Pläne: Josef Romako;  Baubeginn: Juni 1863;  Stapellauf: 24.6.1865; Vervollständigung: Juni 1866;  in Dienst gestellt: 27.6.1866
Wasserverdrängung: 5.140  t,  5.179  t  voll ausgerüstet
Länge, Breite, Tiefgang: Länge zwischen Perpendikel: 79,97 m;  Breite: 15,60 m;  Tiefe im Raum: 7,16 m;  Tiefgang: 7,82  m
Maschine: in Stabilimento Tecnico Triestino gebaut;  28 Kesselfeurungen; 1 Griffith-Schraube  von  6,10 m Durchmesser,  2 Flügel;  Leistung: 3.093 PSi
Geschwindigkeit: 11,5 Knoten;  Kohlenvorrat: 400  t  (Verbrauch: 74,2  t  täglich)
Panzerung: Gürtel:  12,8  cm  auf  66  cm  Holzrücklage
Bewaffnung: • im 1866:  18 glatte vorladene Geschütze / Kannonenkugel 48 Pfund; (als Projekt: 32 glatte vorladene Geschütze / Kannonenkugel 48 Pfund)
Manschafft Bewaffnung: 200 Gewehre, 100 Pistolen, 35 Revolver, 150 Säbel
• im 1877:  14 - 18 cm Geschütze Armstrong;  4 - 10 cm Geschütze;  2 - 7 cm Geschütze
Besatzung: normale:  434 Mann  (vorgesehen),  478  Mann  (im 1866),  482  Mann (im 1875),  511  Mann  (im 1877)
Lebenslauf: Das S.M.S. “Habsburg” war das erste Schiff mit den Familienname des österreichischen Herrscherhauses benannt. Das selbe Name bekam später das Linienschiff in die Werft “San Marco” von Triest, zwischen 1899 und 1902, gebaut. Der Name wurde bereits 1859 für eine 50 Kannonen-Holzfregatte vorgesehen, die dann nicht gebaut wurde.
Die Panzerfregatte S.M.S. “Habsburg” hatte Schiffskörper mit Eisen-Flächen am Gürtel bedeckt und war mit Rammsporn bewaffnet. Anfangs hatte das S.M.S. “Habsburg” Masten und Segeln wie ein Brigg, im 1877 wurden die Masten und Segeln wie eine Galeote geändert. Im 1881 wurden die Segeln weiter verkleinert und nicht mehr benützt.
Am 24. Juni beim Stapellauf blieb das Schiff nach 25 Meter stechen und wurde am nächsten Tag durch 300 Mann ins Wasser gezogen.
Das S.M.S. “Habsburg” durchführte die ersten See-Probefahrten am 27. Juni im Kanal von Fasana.
Am 20. Juli, zum Befehl des Linienschiffkapitän Karl von Faber, nahm das Schiff an die Schlacht von Lissa Teil. Während den Kampf 170 Schüße abgegeben, 36 Treffer erhalten, Schanzkleid, Groß- und Fockmast beschädigt, aber keine Menschenverluste.
Im 1867 die Kannonen wurden mit Armstrong-Geschütze ersetzt. Wieder in Dienst, am 23. Oktober 1869, gestellt, drei Tage später begleitete das S.M.S. “Habsburg” Kaiser Franz Joseph I. zur Suezkanaleröffnung.
Es folgten Eskadre-Aufgaben in das Mitteländische Meer und in das Ägäische Meer bis am 15. November 1872 als die Panzerfregatte in die Werft von Pola zur Generalreparatur und bedeutende Veränderungen geschleppt wurde. Der gesamte Panzer wurde abgenommen, Bug und Brücke fast ganz neu erzeugt; Änderung der 8 Zoll-Krupp-Hinterlader in der Batterie, Kesselwechsel, Maschine überholt, neue Schraubenflügel eingesetzt. Die Leistungen des Schiffes verbesserten sich beträchtlich.
In die sechs volgenden Jahren Eskadre-Aufgaben und Ausbildung Kreuzfahrten in das Mitteländische Meer.
Ab 4. August 1878 bis am 16. August, Flaggenschiff der Eskadre, Geleit der auf Lloyddampfern “Pollux”, “Venus” und “Saturno” eingeschifften Truppen nach Albanien.
Im 1881 wieder in die Werft zur Generalreparatur: Kesselwechsel, Schiffskörper befestigt, Segelfläche verkleinert, elektrischer Geschützabfeurung, installierung der 9-cm Geschütze und einige Mitrailleusen.
Wieder in Dienst gestellt bei die Sommer-Eskadre-Manöver vor Pola in Anwesenheit des Kaisers Franz Joseph I. und des Erzherzoges Rudolph.
Am 19. Maj 1886 Kasern- und Überwachungsschiff, Hafenwachtschiff des Zentralhafens und der Hafenpolizei von Pola.
Am 6. Juli 1887, anläßlich des Kaiserbesuchs in Pola zum Stapellauf des Linienschiffes “Kronprinz Erzherzog Rudolf”, Empfang der Festgäste, Erzherzöge Carl Ludwig und Franz Ferdinand, Erzherzögin Maria Theresia und mehrere andere Adeligen. Am 11. Maj 1898 von Erzherzog Franz Ferdinand besichtigt.
Am 10. Oktober ausgerüstet und am 22. Oktober aus der Flottenliste gestrichen. Im 1900 war die Demolierung beendet.